Wir haben keine Chance…

…also nutzen wir sie!

Ein Umzug von 5.000 Arbeitsplätzen im laufenden Betrieb ohne Interimsflächen…? Hat das schon mal jemand versucht?
Für die regionalen Standorte eines deutschen Versicherungskonzerns waren die Roll-outs eines neuen Arbeitsplatzkonzepts bereits eine Herausforderung gewesen. Nun sollte das Konzept in vergleichbarer Weise für die riesige Firmenzentrale ausgerollt werden. Der Startzeitpunkt war fix, die Umzugsketten definiert, als Triowerk für die Rolle des Umzugskoordinators vor Ort engagiert wurde. Erst viel später erfuhr ich, dass beim Kunden ein Scheitern für weit wahrscheinlicher gehalten wurde als ein Erfolg.
Das Steuerungsteam für das Roll-out bestand aus Mitarbeitenden des Facility Managements auf Kundenseite, der regionalen Projektleitung eines Beratungsunternehmens sowie Triowerk als Umzugskoordinator. Keiner im Team hatte Erfahrung mit Umzügen dieser Größe. Probleme bis hin zum Projekt-Stopp schienen zumindest denkbar. Vielleicht war es das, was aus uns ein Team auf Augenhöhe machte.
Langsam muss etwas passieren
Der geplante Start der ersten Umzüge kam in Sichtweite. Langsam musste etwas passieren. Im Steuerungsteam entschieden wir gemeinsam, die Führungskräfte der Umzugsgewerke Spedition, IT, Elektro und Aktenmanagement aufzufordern, ihre Kompetenzen aus der jeweiligen Sicht in ein Strategie-Team für gemeinsame Projekt einzubringen. In einem Kick-off-Workshop mit den Gewerken gelang es, ein gemeinsames Verständnis über Situation und Aufgabe zu entwickeln. Aus dieser Konstellation ging in der Folge ein Musterablauf hervor, der für alle Umzugsphasen als Grundlage diente.
Vor einem Umzugs-Lkw bringen Umzugsmitarbeiter Kartons auf Sackkarren zum Wagen
In Pappschachteln befinden sich alte Taststuren und Mäuse
In einem Open Space Büro, in dem ein Leitungsarbeitsplatz mit zwei Bildschirmen und Besprechungsanbau steht, befinden sich viele leere und volle Umzugskartons
In einem Open Space Büro ist der Umzug abgeschlossen, alle Arbeitsplätze sind bereit zum Wiedereinzug, die Stühle sind mit Kunststoffhüllen geschützt
Prinzip Augenhöhe
Mit unserem Vorgehen hatten wir in dieser Expertenrunde eine Teamstruktur auf Augenhöhe etabliert, in der jedes Gewerk aktiv wurde, sobald es eine Schwachstelle entdeckte. Die Kommunikation erfolgte nicht nur mit dem Steuerungsteam sondern interdisziplinär unter den Umzugsgewerken.
Für die inzwischen kurz bevorstehenden ersten Umzüge definierte jedes Gewerk ein, zwei Vorarbeiter vor Ort. Diese Personen bildeten mit ihren Mannschaften das operative Umzugsteam. Was sich bereits mit den Führungskräften der Umzugsgewerke bewährt hatte, wurde in der Zusammenarbeit mit den Vorarbeitern und Teams fortgesetzt. Jedes Team trug Verantwortung für die eigenen Abläufe, sorgte jedoch auch für die Abstimmung der Schnittstellen zu anderen Gewerken. Ein moderiertes „Daily Meeting“ am Morgen jedes Umzugstages half, tagesaktuelle Schwierigkeiten einzuordnen und zu beheben, die Eintaktung nachfolgender Gewerke abzustimmen und Restarbeiten zu terminieren.
Positive Fehlerkultur
Auf diese Weise konnten Schwierigkeiten kurzfristig angesprochen und beseitigt werden. Manches Problem erreichte das Daily des nächsten Morgens erst nach seiner Lösung. Für alle Beteiligten war es Motivation und Bestätigung, die Zahl der grünen „Erledigt“-Positionen in der Task-List wachsen zu sehen.
Besonders erfreulich war es, dass unter den Gewerken zu keiner Zeit „Schuldige“ für mögliche Schwierigkeiten gesucht wurden. Vielmehr wurden Probleme stets früh erkannt, abgestimmt und durch Handel der erforderlichen Gewerke behoben, bevor größere Störungen des Ablaufs entstehen konnten. „Fail soon…“ - in anderen Branchen hätte man das Vorgehen vielleicht „agil“ genannt.
Das Team ist der Star
Der große Kollaps blieb aus. Jede der aufeinanderfolgenden Umzugsphasen konnte innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens durchgeführt werden. Keine überzogenen Homeoffice-Zeiten, kein Durcheinander im Betrieb vor Ort. Beschwerden beschränkten sich auf fehlgelaufene Umzugskartons, nachlässig verlegte Bildschirmkabel und die Enttäuschung über Möbel aus dem Bestand.
Kunde, Auftragnehmer und Subunternehmer feierten die Umsetzung als großen Erfolg und herausragenden Erfolg der Teams – besonders der operativen Umzugsteams, jedoch auch des Strategie-Teams und nicht zuletzt unseres Steuerungsteams.
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0172 7529592
co@triowerk.de
Büstenporträt eines Manns reiferen Alters, Gründer von Triowerk
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